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Wehr verzeichnet weniger Fehlalarme

Bilanz Wenn die Technik versagt oder Anrufer übervorsichtig sind: Mehr als 200 Einsätze pro Jahr wegen falschen Alarms

Von unserem Mitarbeiter Felix Bartsch

 

Kreis MYK. Sobald der Alarm eingeht, heißt es für die Feuerwehr: Schnell ausrücken. Selbst ein eingehender Anruf, der Entwarnung gibt, kann das nicht verhindern: Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr im Landkreis Mayen-Koblenz für das Jahr 2015 ganze 2071 Einsätze. Dem stehen 214 Fehleinsätze gegenüber, was immerhin mehr als 10 Prozent der Gesamteinsätze ausmacht.

Tendenziell kann die Feuerwehr im Landkreis Mayen-Koblenz aber zufrieden sein: Im Vergleich zum Jahr 2011, wo es noch 276 Fehleinsätze waren (bei insgesamt 1930 Einsätzen), ist die Zahl der Fehlalarmierungen rückläufig.

Grundsätzlich lassen sich dabei drei Formen von Fehlalarmen unterscheiden: Der blinde Alarm, die Falschmeldung durch Brandmeldeanlagen und böswillige Falschmeldungen. Die unterschiedlichen Formen werden im Landkreis nicht statistisch erfasst.

Unter blinden Alarm fallen Einsätze, bei denen sich vor Ort herausstellt, dass die Situation eigentlich harmlos ist. Die Situation wird also falsch eingeschätzt, oder die Anrufer handeln übervorsichtig. Rainer Nell, Kreisfeuerwehrinspekteur für Mayen-Koblenz, rät grundsätzlich, lieber einmal zu viel anzurufen: „Im Zweifelsfall sollte man professionelle Hilfe holen, also einen Notruf absetzen.“

Die Falschmeldungen durch Brandmeldeanlagen gehen oftmals auf falsche Bedienung oder Defekte zurück. Als Beispiel nennt Nell eine Bäckerei, wo ein Mitarbeiter durch falsches Öffnen des Backofens zu viel Qualm freisetzt und somit den Alarm auslöst, obwohl eigentlich keine Gefährdung besteht. Um die Zahl der Falschmeldungen zu reduzieren, bietet die Feuerwehr Betrieben, die häufiger Fehlmeldungen aussenden, eine professionelle Beratung an.

Böswillige Falschmeldungen sind der Feuerwehr der größte Dorn im Auge. „Sie blockieren wertvolle Ressourcen“, ärgert sich Nell. Sollte der Schuldige gefasst werden, kommt auf ihn für gewöhnlich eine hohe Rechnung zu.

Die Verhängung der Strafen liegt im Ermessen der verschiedenen Städte und Verbandsgemeinden. Jede hat eine eigene Gebührenordnung, in Mayen liegt diese für Falschmeldungen durch Brandmeldeanlagen beispielsweise bei 570 Euro. Bestraft wird im Normalfall die Falschmeldung durch Brandmeldeanlagen und die böswillige Falschmeldung. In beiden Fällen wird der Schuldige, also der Anrufer oder der Betreiber der Meldeanlage, ausgemacht und der Einsatz in Rechnung gestellt.

Trotz der aktuell insgesamt rückläufigen Zahl von Fehlalarmierungen: Für die Zukunft rechnet Rainer Nell mit steigenden Zahlen. „Die Zahl wird durch die Heimmeldeanlagen steigen“, stellt er eine Prognose und betont gleichzeitig, wie wichtig die Rauchmelder in den Privathaushalten seiner Meinung nach sind. Auch hier gilt: Es ist wichtig, die Rauchmelder am richtigen Ort anzubringen – in der Küche ist das Potenzial für Fehlalarme zu hoch, Wohn- und Schlafzimmer sollten allerdings ausgestattet sein.

Sonntag, 09. August 2020

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