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Katastrophen direkt aufs Handy

Start Mayen-Koblenz hat als erster Kreis im Land das System Katwarn eingeführt

Der Landkreis Mayen-Koblenz hat als erster Kreis in Rheinland-Pfalz das Katastrophenwarnsystem Katwarn eingeführt. Bürger haben nun die Möglichkeit, Warnmeldungen auf ihrem Handy oder Smartphone zu empfangen. Dies zum Beispiel dann, wenn nach einem Unfall im Kreis Mayen-Koblenz Chemikalien auslaufen.

Um diese Warnungen empfangen zu können, müssen sich Smartphone- beziehungsweise Handybesitzer zuvor allerdings anmelden. Die Katwarn-App kann kostenlos im App Store, im Google Play Store oder im Windows Store für das Smartphone heruntergeladen werden. Handybesitzer haben die Möglichkeit, eine SMS an die Servicenummer 0163/755 88 42 mit der Nachricht Katwarn und der betreffenden Postleitzahl des Inhabers sowie der E-Mail-Adresse zu versenden. Im Gefahrenfall erhalten sie dann die Warnungen per SMS sowie – falls eine E-Mail-Adresse angegeben wurde – per E-Mail. Die Warnungen beziehen sich dabei allerdings nur auf die angegebene Postleitzahl, bei der Katwarn-App hingegen auf das gesamte Kreisgebiet.

Die Anmeldung zur Benachrichtigung ist aus juristischen Gründen notwendig. „Wir haben nicht die Möglichkeit, flächendeckend eine Warnung an alle Smartphones zu versenden, die sich in einem bestimmten Moment im Warngebiet befinden. Denn juristisch hat jeder Smartphone- und Handybesitzer das Recht, vorher auszuwählen, was ihm gesendet wird“, sagt Ortwin Neuschwander vom Fraunhofer-Institut, das die Katwarn entwickelt hat.

Für den Kreis Mayen-Koblenz verursacht Katwarn Kosten von 3000 Euro pro Jahr für die Systemwartung. Zudem entstehen bei einer Warnung per SMS Kosten in Höhe von 6 Cent pro SMS. „Aufgrund der technischen Entwicklung ist die SMS allerdings eher ein Auslaufmodell“, sagt Ortwin Neuschwander. Für die Einführung von Katwarn entstehen Kosten in Höhe von 15 000 Euro, die von der Provizinal Rheinland, vom Land und der Industrie- und Handelskammer getragen werden.

Gewarnt werden soll nur bei gravierenden Unglücken. Dazu zählen beispielsweise Großbrände, Indus-trieunfälle, Unwetter, Hochwasser, Trinkwasserverunreinigungen oder Bombenfunde.

„Es ist wichtig, das wir über Katwarn schnell unsere Bürger vor einer Gefahrenlage warnen können, zumal dies heutzutage flächendeckend über Sirenen nicht mehr möglich ist“, sagt Landrat Alexander Saftig.

Wann gewarnt werden soll, darüber entscheiden die jeweiligen Einsatzleiter der Feuerwehren zusammen mit den Verwaltungschefs, für den Kreis also der Landrat, für die Städte und Verbandsgemeinden deren Oberbürgermeister und Bürgermeister. Bundesweit sind auf regionaler Ebene 30 Kreise und Städte an das Katwarn-System angeschlossen. Smartphone-Besitzer aus dem Kreis Mayen-Koblenz können sechs Postleitzahlen aus diesen 30 Kreisen oder Städten angeben und erhalten auch darüber Warnhinweise. „Sie können beispielsweise eine Postleitzahl aus München angeben, wo ihre studierende Tochter wohnt“, so Ortwin Neuschwander.
Drückten auf den Startknopf für die Freischaltung des Katastrophenwarnsystems Katwarn (von links): Bernd Naunheim, Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbands, Gerd Bruchof und Rainer Schlenzok von Provinzial Rheinland, Landrat Alexander Saftig, Ortwin Neuschwander vom Fraunhofer-Institut, Stefan Voigt, stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur, und Rolf Löhmar vom Präsidium der IHK-Koblenz.

Sonntag, 09. August 2020

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